BIOGRAPHIE
Els Daniel-Stroh
Els Daniel-Stroh im Alter von 89 Jahren
Portraitaufnahme Rich Richter, Berlin
26. 12. 1895
Geburt von Luise Elise Stroh als Tochter des Architekten Heinrich Stroh und seiner Ehefrau Eugenie geb. Klaiber in Heilbronn.
1904-1913
Besuch der dortigen Höheren Töchterschule.
1911
In der Heilbronner Zeitung erscheinen erstmals Gedichte und Prosatexte der jungen Doppelbegabung. Sie zeichnet sie mit dem Pseudonym Elsa Horsteck. Zahlreiche Entwürfe für Exlibris, dem Jugendstil nahe stehende Landschafts- und Figurmotive, entstehen als Auftragsarbeiten. Sie spielt mit dem Gedanken, wie der Vater Architektur zu studieren, entscheidet sich dann aber doch für die Kunst.
1913
Els Stroh beginnt im Sommersemester mit dem Kunststudium in Stuttgart. Sie besucht zuerst die Kunstgewerbeschule, wo sie in der Klasse für weibliche Studierende eingeschrieben ist. Sie zeichnet vor allem, d. h. befasst sich mit der Wirkung von Strich und Fläche.
1914
Zum Sommersemester Wechsel an die königliche Akademie der Bildenden Künste, Stuttgart. Els Stroh wird Schülerin von Professor Poetzelberger. Es entstehen vor allem Aktzeichnungen. Erhalten sind Skizzenbücher aus der Zeit. Ausbruch des 1. Weltkrieges.
1914/15
Die angehende Künstlerin wechselt zu Professor Altherr, dem Schweizer Expressioni­sten, über. Wieder beschäftigt sie sich mit dem Menschenbild, malt Akte und Portraits. Bald wird sie Meisterschülerin bei Altherr und hat ein eigenes Atelier. Parallel zum Interesse für Kunst ist jenes für Literatur, Kunstgeschichte und Politik lebendig.
1917
Els Stroh verlässt Stuttgart, da das Leben dort, kriegsbedingt, zu schwierig geworden ist. Sie kehrt nach Heilbronn ins Haus der Eltern zurück.
1919
Nach dem Ende des Krieges tritt sie in Jena bei Eugen Diederichs in dessen Verlag eine Stelle als Kulturberichterstatterin an. Ihre Artikel erscheinen dort in der kultu­rellen Monatsschrift „Die Tat". Daneben bleibt Zeit für ausgedehnte Literaturstudien in der Universitätsbibliothek Jena.
1922
Ihre erste zusammenhängende Abhandlung mit dem Titel „Selbstverwirklichung, eine Formenlehre der Liebe und des Lebens", erscheint bei Diederichs in Jena. Wenig später wechselt sie, dabei einer Einladung von Theodor Heuss folgend, als Mitarbei­terin zur Heilbronner Zeitung. Kulturelle Beiträge von ihrer Hand erschienen unter anderem auch in den Stuttgarter Nachrichten, in der Wochenpost sowie in der Frei-deutschen Jugend, einer Zeitschrift der Wandervogelbewegung. Berichte stehen neben eigenen Prosatexten und Gedichten. Wie schon in der frühen Jugend bleibt der Hang zum Pseudonym.

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